Europäischer FreiwilligendienstDu möchtest dich im Sozial-, Kultur- oder Umweltbereich engagieren? Eine andere Kultur entdecken, neue Leute kennenlernen und ganz nebenbei eine neue Sprache lernen? Du setzt dich für andere ein und packst mit an, wenn Hilfe gebraucht wird? Dann ist der Europäische Freiwilligendienst genau das Richtige für dich. Was wird gefördert?Reisen einmal anders: Sich für eine gute Sache einsetzen, Freundschaften fürs Leben schließen und eine unvergessliche Zeit erleben - beim Europäischen Freiwilligendienst ist dein Engagement gefragt: Du hilfst Bäume pflanzen oder legst Schutzwege für Tiere an, du organisierst Freizeitaktivitäten in einem Jugendzentrum oder unterstützt Menschen mit Behinderung in einem Haus für betreutes Wohnen ... TeilnehmerInnen:Mitmachen kann jede/r zwischen 18 und 30 Jahren. In Ausnahmefällen sogar schon ab 16 Jahren. Keine Vorkenntnisse erforderlich:Du brauchst keine spezielle Ausbildung und auch keine Fremdsprachenkenntnisse. Junge Leute, die keine Matura gemacht haben oder gerade in einer etwas verzwickten Lebenssituation stecken (arbeitslos, kein Schulabschluss, Probleme zu Hause …) werden bevorzugt. Auch Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung können einen EFD machen. Dauer:Zwischen sechs und zwölf Monaten. In Sonderfällen sind auch zwei Wochen bis sechs Monate möglich. Einsatzort:Zum Beispiel soziale Einrichtungen, Biobauernhöfe, Kindergärten, Radiosender, Umweltorganisationen etc. Unterstützung:Ihr seid nicht auf euch allein gestellt. Begleitung und Beratung gibt es sowohl vor als auch während eures Aufenthalts. Wichtig:Der EFD ist kein Ersatz für Wehr- oder Zivildienst und bietet keine Praktikumsmöglichkeit im Rahmen einer Ausbildung/eines Studiums. Wie viel wird gefördertDie Aufnahmeorganisation finanziert Unterkunft und Verpflegung. Die EU bezahlt dir deine Reisekosten, Sprachkurs, Versicherung (Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung), lokale Transportkosten (z.B. Bus- und U-Bahn-Tickets) sowie ein monatliches Taschengeld (zw. 50 bis 150 Euro pro Monat, je nach Land). Noch Fragen?Kein Problem, hier gibt's einige Antworten zu häufig gestellten Fragen. Wo kann ich überall einen EFD machen?Die meisten EFD-Plätze gibt es in Europa: in den EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. Weitere mögliche Einsatzstellen gibt es in den europäischen Grenzregionen wie Ost- und Südosteuropa, im mediterranen Raum sowie am Kaukasus. Vereinzelt sind auch EFD-Einsätze in Lateinamerika, Afrika und Asien möglich. Erkundige dich am besten bei deiner Regionalstelle nach den Möglichkeiten. Was gibt es für Einsatzstellen?Die Aufnahmeorganisationen kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, aber eines haben sie alle gemeinsam: Es handelt sich immer um gemeinnützige (nicht gewinnorientierte) Organisationen. Einsatzstellen können z. B. sein: ein Dorfkindergarten in Griechenland, ein Naturpark in Frankreich, ein freies Radio in Estland, ein Jugendzentrum in Polen usw. Was kostet mich das?Nichts. Alle deine Kosten werden übernommen: Du kriegst eine Unterkunft, Verpflegung, ein Taschengeld, einen Sprachkurs und die lokalen Transportkosten werden dir bezahlt, wenn du nicht in deiner Einsatzstelle wohnst. Weiters wird dir die Hin- und Rückreise gezahlt und du bist kranken-, haftpflicht- und unfallversichert. Ich arbeite dort. Was verdiene ich?Während des Freiwilligendienstes hilfst du in einer gemeinnützigen Organisation mit. Du sammelst wertvolle Erfahrungen, lernst ein anderes Land und neue Leute kennen. Du bist nicht rund um die Uhr im Einsatz, sondern hast auch viel Freizeit. Ein Gehalt gibt es dafür nicht. Aber alle deine Kosten werden gedeckt: Du kriegst eine Unterkunft, Verpflegung, ein Taschengeld, einen Sprachkurs und die lokalen Transportkosten werden dir bezahlt, wenn du nicht in deiner Einsatzstelle wohnst. Was muss ich für Voraussetzungen mitbringen?Keine. Die einzigen Bedingungen, die es gibt, sind, dass du zwischen 18 (in Ausnahmefällen 16) und 30 Jahre alt bist und einen legalen Wohnsitz in Österreich hast. Du brauchst also auch nicht die österreichische Staatsbürgerschaft. Die Aufnahmeorganisationen sind darauf vorbereitet, dass du deinen Einsatz ohne Sprachkenntnisse anfangen kannst, und wissen, dass du in der Regel keine Berufserfahrung oder spezielle Ausbildung mitbringst. Das ist das Beste an diesem Programm: Jede/r kann mitmachen und einfach mal etwas Neues ausprobieren, neue Fähigkeiten gewinnen und viele tolle Erfahrungen sammeln. Bin ich während des EFD versichert?Ja, du bist kranken-. unfall- und haftpflicht versichert über AXA/European Benefits in Frankreich. Diese Versicherung haben alle Freiwilligen und die Kosten dafür werden direkt von der Europäischen Kommission übernommen. ACHTUNG: Wenn du einen EFD machst, bist du in Österreich für diese Zeit NICHT pensions- oder anderweitig sozialversichert. Haben meine Eltern Anspruch auf Kinderbeihilfe?Nein. Bitte beachte auch, dass du während deines EFD keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hast. Kriege ich nach meinem EFD-Einsatz ein Zeugnis?Ja, du kriegst einen Youthpass. Das ist kein Zeugnis mit Schulnoten, sondern ein offizielles Zertifikat, in dem du, gemeinsam mit deiner Einsatzstelle, deine Tätigkeit dokumentierst und deine persönlichen Lernerfolge und Erfahrungen festhältst. Werde ich auf meinen Einsatz vorbereitet?Ja. Vor, während und nach dem Einsatz gibt es Begleitseminare, die dich dabei unterstützen, möglichst viel von deinem Einsatz zu profitieren. Gleichzeitig bieten diese Seminare auch die Möglichkeit, andere Freiwillige kennenzulernen. Vor deiner Abreise gibt es ein dreitägiges "Pre-Departure Training" in Österreich. Dort triffst du andere Jugendliche aus Österreich, die ebenfalls einen EFD im Ausland machen. Du kriegst einen Einblick, wie es sein wird in einem anderen Land mit anderen Gewohnheiten zu leben, du bekommst Informationen zu deinen Rechten und Pflichten als Freiwillige/r und kannst alle Fragen stellen, die noch offen sind. In den ersten Wochen nach deiner Ankunft wirst du zu einem "On-Arrival Training" eingeladen. Hier triffst du Leute aus ganz Europa, die in deinem Gastland einen EFD machen und wirst auf die speziellen Bedingungen eines EFD in deinem Gastland vorbreitet. Ungefähr in der Mitte deines Aufenthaltes wirst du an einem "Midterm-Meeting" teilnehmen. Das Training gibt dir die Möglichkeit, auf die ersten Monate zurückzublicken, schwierige und tolle Momente zu reflektieren und Pläne für die zweite Halbzeit zu schmieden. Nach deiner Rückkehr aus dem Ausland ist es noch nicht zu Ende! Du wirst zu einem Evaluationstreffen ("Stop & Go") eingeladen. Mit etwas Glück triffst du die Leute wieder, die mit dir beim "Pre-Departure Training" waren. Beim "Stop & Go" gibt es die Möglichkeit, deine Zeit beim EFD zu evaluieren, zu überlegen, was dir dieser Einsatz gebracht hat und was du mit deinen neuerworbenen Kenntnissen hier in Österreich machen willst. Alle vier Seminare sind Teil deines EFD-Einsatzes und die Teilnahme ist verpflichtend. Wo wohne ich während meines EFD-Einsatzes bzw. wer organisiert die Unterkunft?Die Organisation der Unterkunft ist Aufgabe der Aufnahmeorganisation. Sie sollte eine angemessene Unterkunft zur Verfügung stellen und die Kosten dafür übernehmen. Je nach (finanziellen und infrastrukturellen) Möglichkeiten der Organisation kann dies sehr unterschiedlich aussehen: ein Zimmer in einem Studentenheim, eine WG mit anderen Freiwilligen oder mit lokalen Jugendlichen, eine Gastfamilie, ein Zimmer in der Institution, wo du eingesetzt sein wirst. Es kann ein Doppel- oder ein Einzelzimmer sein. Die Unterkunft sollte allerdings möbliert sein, du solltest Zugang zu einem Badezimmer und WC haben sowie zu einer Küche, wenn du deine Verpflegung selber organisieren musst. Wer kümmert sich um meine Verpflegung?Deine Aufnahmeorganisation stellt dir Verpflegung oder Verpflegungsgeld zur Verfügung. In Österreich sind 200 bis 250 Euro für komplette Eigenverpflegung als Richtwert vorgesehen. In anderen Ländern kann das, dem Lebensstandard entsprechend, anders sein. Wichtig: Wenn du eine spezielle Verpflegung benötigst, z. B. VegetarierIn bist oder eine Diät einhalten musst, besprich das vor der Abreise mit deiner Aufnahmeorganisation, damit sie sich darauf einstellen kann. Kann ich einen Sprachkurs machen und wenn ja, wer zahlt das?Wenn du die Sprache deines Gastlandes wenig bis gar nicht beherrscht, hast du Anrecht auf einen Sprachkurs. Deine Aufnahmeorganisation sollte dir helfen, einen passenden Kurs zu finden, und die Kosten dafür übernehmen. Wie dieser Kurs aussieht, hängt wieder von den Umständen und Möglichkeiten deiner Aufnahmeorganisation ab: Es kann ein privater Sprachkurs mit einem/einer pensionierten LehrerIn sein, ein Intensivkurs an einer Volkshochschule … Wie hoch ist mein Taschengeld?Die Höhe des Taschengeldes wurde von der Europäischen Kommission für jedes Land festgelegt. Hier findest du die offiziellen Taschengeldsätze für jedes Land. Dieses Geld ist für deine persönlichen Ausgaben (Telefonkosten, Freizeitaktivitäten, Haushaltsbedarf …) gedacht und muss bzw. darf nicht für Verpflegung, lokale Transportkosten oder Miete verwendet werden. Wie komme ich von A nach B? Bekomme ich U-Bahn- oder Bustickets?Wenn du nicht in deiner Einsatzstelle wohnst und Kosten für U-Bahn, Bus usw. anfallen, übernimmt deine Aufnahmeorganisation die lokalen Transportkosten. Habe ich eine/n AnsprechpartnerIn vor Ort, der/die mir hilft?Während deines EFD steht dir ein Netzwerk von Menschen zur Verfügung, die dich unterstützen und begleiten. Die wichtigste Person in diesem Netzwerk ist dein/e MentorIn. Deine Aufnahmeorganisation sollte dir diese/n zur Verfügung stellen. Dein/e MentorIn unterstützt dich beim ersten Zurechtfinden in deinem Gastland, ist für praktische Fragen da und hilft, wenn es mal Probleme gibt. EFD TrainingsIm Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes werden 4 verschiedene Trainingsaktivitäten angeboten: das Pre Departure-, On Arrival & Mid Term Trainging, sowie das Stop & Go Training. Diese sind Teil des Freiwilligendienstes und somit für jede/n Freiwillige/n verpflichtend. Die Teilnahme ist kostenlos! Vor der Abreise: Pre-Departure-Trainings Termine für die kommenden Monate: Kurz nach der Anreise/ After your arrival: On Arrival Training (OAT) - erste Erfahrungen über Österreich und das EFD Projekt auszutauschen - Informationen und Fragen bezüglich EFD und Österreich zu erhalten - Erwartungen und Befürchtungen in Bezuug auf die EFD Zeit in Österreich abzuklären Termine für die folgenden Monate/ dates for the next trainings: Während deines Aufenthalts: Mid Term Meeting (MTM): Termine folgen! Nach deinem Einsatz: Stop & Go Termine für die kommenden Monate: Terminänderungen bei allen Trainings vorbehalten (ihr werdet aber natürlich rechtzeitig darüber informiert!) BEISPIEL Neue Stadt, neues Glück!Rupert hat seinen Job als Großhandelskaufmann für knapp ein Jahr an den Nagel gehängt, um in der Stadt Manresa in Katalonien/Spanien neue Erfahrungen zu sammeln. "Eine soziale Ader hatte ich schon immer, nur nicht unbedingt einen Beruf, wo man das auch ausleben kann. Nach der Lehre steht man da und stellt sich die Frage: Was nun?", erinnert sich der Salzburger. Ruperts Einsatzstelle: Seine Aufgaben: Freizeit: Das nehme ich mit: Information Jugend:info Niederösterreich Tel: 02742/ 245 65 Kontaktpersonen: Anna Coreth |